Action-Horst (4): Die schlimme Schmach

horst4.jpgHorst´s Unterschlupf. Ein Bild der Verwüstung. Horst mitten drin. Verheult, verkracht, allein gelassen auf seinem braunen Cordbett. Das im Bett integrierte UKW Radio spielt das sehr schöne Lied „Carrie“ der Rocklegende Nazareth. Gestern Abend hatte er noch ein Ziel, nun hatte Horst vor allem Hunger und Durst. Auch Frauenappetit. Er hätte Heidi nicht hochkant rausschmeißen sollen. Jetzt könnte er sie gebrauchen. Aber gestern war er einer Emotion gefolgt und wer Emotionen unterdrückt und nicht auslebt, der läuft Gefahr an Krebs zu erkranken – und das war das letzte was Horst in dieser Situation gebrauchen konnte.

Immer wieder besah der männliche Superagent Horst die Fotostrecke mit den eindeutigen Motiven. Eine Fotostrecke das sind mehrere Fotos aneinander. Bei der ästhetischen Nackfotografie zum Beispiel, wie man sie in seriösen Sexmagazinen so gerne hat, ist meistens ein und dasselbe Mädchen in unterschiedlichen Horny-Posen abgebildet. Die Fotostrecke ist häufig ein Indiz dafür, daß die auf den Bildern dargestellte Person ein und die selbe im gleichen Zeit-Ort Gefüge ist, da professionelle Fotografen immer einen Film ganz leer Knipsen und nicht einen Tag oder so mit sich rumtragen und dann erst die restlichen Bilder verknipsen. Das erste Bild eine Fotostrecke hängt also mit dem letzten zusammen. Zumindest wird eine nahezu Gleichzeitigkeit der abgebildeten Ereignisse nahegelegt.

Bild eins der Fotostrecke, die Horst seit gestern Abend in seinen männlichen Händen hielt, zeigte den berühmten, sehr klugen, reichen und auch attraktiven Scheich Kaleb Supreme Cock. Das letzte Bild zeigte eine wunderschöne nackige Vollfrau: Demi Moore. Mit Demi Moore hatte Horst natürlich mehrfach geschlafen und noch ganz andere Dinge. Dazwischen wurde detailliert und äußerst überzeugend, und das war die schlimme Schmach, die Verwandlung von Supreme zur Vollfrau dargestellt. Horst sah klar, sonnenklar: Die Fotos waren der Beweiß dafür das Horst schwul gehandelt hatte. Und das und das und das IST die schlimme Schmach!

Horst brauchte erstmal frische Luft. Er dachte an Fleisch essen im Maredo. Außer dem Weltraumkram für Notfälle wie Sauwetter hatte er auch nichts mehr im Haus. Nachdem Horst ausgiebig geduscht hatte, wobei er sich mit Heidis französischer Seife der Marke Lolita-2000, einseifte, betrat er seinen begehbaren Kleiderschrank. Dieser war doppelt gesichert und optimal beleuchtet. Wenn man den Schrank verließ ging das Licht automatisch aus. Wie bei einem modernen Kühlschrank. Horst wählte die Kombination „weißer Cowboy“ die seine männliche, in Bezug auf Frauen mitunter kühn-charismatische Ausstrahlung, gut zur Geltung brachte.

Draußen stellte er erstaunt fest das Heidi noch da war. Mit seltsam verdrehten Beinen lag sie neben dem Briefkasten in ihrem eigenen Blut. Horst hatte sie gestern Abend hochkant rausgeschmissen, da er, aus verständlichen Gründen, allein sein wollte. Im Dunkeln hatte er den Briefkasten aus Panzerstahl nicht gesehen. Das hatte er nicht gewollt. Horst hatte einen Riesenhunger und darum keine Zeit ein ordentliches Begräbnis zu organisieren. Das konnte er später immer noch machen. Zwischenzeitlich steckte er sie in den geräumigen Spezial-Briefkasten, der ihr zum Verhängnis geworden war. Welch eine Ironie, dachte Horst, während er den automatischen Rückspiegel seines Sportcoupes mittels eines silbernen Minischalters in eine optimale Position brachte. Klar fuhr er auf der Autobahn auch mal etwas schneller, schließlich beherrschte er das Automobilfahren wie kaum ein anderer, aber die Grundregeln der Sicherheit gehörten einfach dazu, so wie eine gesunde Frau einen Mann braucht um diese tollen schmelzenden Gefühle in der unteren Magengegend zu verspüren.

Jetzt erstmal essen. Im Maredo wieder mal nur Schlitzaugen. Der kleine Chef fragte aufgeregt ob er das von Carla gehört hätte, diese unglaubliche Geschichte. Horst ließ in seine männlich markanten Gesichtzüge geschickt eine Nuance von Erstaunen einfließen. Carla… Horst´s Gedanken gerieten für einen kurzen Moment auf Abwege. Carla, das war die hübsche Bedienung aus dem Maredo, die Horst einmal auf der Damentoilette genossen hatte und die er letzte Woche mit nach Hause genommen hatte und deren Gesicht er als Maske verwendet hatte um einen zwölfjährigen Computer-Mogul umzubringen, eine wichtige und vor allem geldbringende Aktion, Carla…

Carla habe, sagte nun der kleine Chef, letzte Woche den zwölfjährigen Computermogul Kevin Miller am Flughafen Tempelhof mit einer deutschen Sturmwaffe, wahrscheinlich aus Nazi Beständen, umgebracht und sei dann spurlos verschwunden. Diese Scheißmedien, dachte Horst. Er hatte jetzt Hunger.
„Nein nichts gehört davon“ sagte er knapp.
„Aber…waren sie nicht kurz vorher noch mit ihr zusammen…“ stotterte der kleine Maredo Chef mit russischen Akzent, der unter dem Pseudonym „Michael Gorbatshow“ früher übrigens mal ein bekannter Politiker gewesen war. Horst wusste aus sicheren Quellen wie der Horst-Quellendatei, das er hauptamtlich Agent des Westens gewesen war. Mit seinen Bezügen aus dem Westen hatte er sich danach in das Franchise Geschäft eingekauft. Der Mann wusste entschieden zuviel. Außerdem war er mißtrauisch.

„Zwei große Rip-Eye´s“ sagte Horst, als Gorbatshow ihn noch immer mit seinen großen russischen Augen ansah. Es war klar, dass in dem Mann irgendwas arbeitete. Wahrscheinlich Gedanken. Nachdem Horst die saftigen Steaks des Franchiseunternehmes Maredo, das sich auf Steak & Salat spezialisiert hatte, gegessen hatte, leistete er sich etwas Kopfarbeit. Oftmals kann der richtige Gedanke zum richtigen Zeitpunkt eine Menge Ärger ersparen, wusste Horst und dann fielen ihm noch ein paar andere interessante Dinge ein.

Alles in allem führte zu einem drei Punkte Plan den Horst auf einer mit dem bekannten Maredo Signet bedruckten Serviette festhielt:

1) Gorbatshow umbringen
2) Neuen Unterschlupf einrichten
3) Die schlimme Schmach aus dem Gesicht waschen

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