Action-Horst (9): Suppe zum Dessert

durstmama.jpgNebel auf den Straßen. Die schwarze Limousine schlängelte sich einsam durch das Lichtermeer des Düsseldorfer Großstadtdschungels. Im Wageninnern saß kein geringer als Horst. Ein Tatmensch par exellence und ein verdammt gutaussehender noch dazu. Manfred fuhr den Wagen. Manfred war Richards Chauffeur, sonst machte er alles allein. Richard hatte ihn vor vielen Jahren aus Afrika mitgebracht. Ein ehemaliger Zulukrieger der das Autofahren in Kappstadt erlernt hatte. Manfred war schwarz wie die Nacht durch die sie fuhren. Seine großen weißen Fangzähne blitzten wie die City-Lights von Düsseldorf. „Masta Horst, darf ich Ihnen eine Frage stellen?“ fragte der kräftige Neger der sich in einen europäischen Anzug gezwängt hatte.
„Aber ja Manfred, Du weißt das Du mich fast alles fragen darfst! Wir sind hier schließlich nicht in Afrika! Wir leben hier in einer Demokratie! Also los!“
„Haha! Danke Masta! Also ich fragen was sie mit ihren Haaren gemacht haben Masta Horst!“
„Was? Haare? Ach das ist Kaugummi…“
„Ah gut“.

Manfred hatte nach seiner dummen Frage das Maul gehalten und sich auf sie Straße konzentriert. Das war es was Horst so an ihm schätzte: Manfred hatte das Wilde noch immer im Blut, aber er riss sich verdammt noch mal zusammen. Aber wieso saß Horst eigentlich mit dem schwarzen Manfred in einem Wagen? Gute Frage. Darum: Richard hatte Horst vor wenigen Stunden angerufen. Seine Stimme hatte nervös geklungen. Sie hatten einen Treffpunkt ausgemacht. Horst hatte den Ort bestimmt. Das Mosquitto, einen sauber geführten Puff am Stadtrand von Düsseldorf.

Richard hatte akzeptiert, obwohl solche knisternden Orte sonst nicht sein Ding waren, Puffs und Nachtbars und so was, aber er war in Not und so hatte er ohne murren akzeptiert. Naja, Horst hatte seine Not sogar ein bisschen ausgenutzt, denn er wusste natürlich das Richard eher zurückhaltend war in Sachen Sex und so. Es wird ihn auflockern, dachte Horst. Es ist nämlich nicht gesund wenn man immer so ernst ist und so nicht zum Stich kommt. Richard sah auch häufig blass aus. Aber dann hatte die Limousine vor Horst seinem Unterschlupf gestanden. Richard hatte Manfred geschickt um Horst an einen unbekannten Ort zu bringen. „Feigling!“ sprach Horst in die Nacht. Horst wusste nicht was Richard wollte, aber auch er brannte darauf ihn zu sehen.

Richard würde seinen 4-Phasen Plan sicher begeistert aufnehmen und wenn es losgeht, wäre Richard der beste Mitstreiter den sich Horst denken konnte. Dann waren sie da.

„Here we are Masta Horst! Masta Richard warten drin!“
Richards Unterschlupf sah von außen wie ein stinknormales Reihenhaus aus. Die Tür war verschlossen. Als die Tür nach dem zweiten Mal klingeln nicht geöffnet wurde, trat Horst sie ein. Horst schritt über die zerschmetterte Tür hinweg in das Innere von Richards Unterschlupf. Ein kaltes Geschaudere lief Horst den Nacken und die Wirbelsäule hinunter. Irgendwas war da nicht Ordnung, das spürte er instinktiv. Da gab es mehrere Zimmer, die mit geschmacklosen Ikea Möbeln eingerichtet waren. Im Schlafzimmer gab es nur ein schmales Bett. Einen Deckenspiegel gab es nicht, eine Bar suchte man vergebens und statt einer Doppelbadewanne gab es nur eine Nasszelle aus dem Baumarkt.

„Richard bumst wirklich nicht…“, murmelte Horst.
„Haha Richard nie bumsen, dass richtig, aber ich machen!“ lachte Manfred und machte Bumsbewegungen.
„Halts Maul!“ Horst hatte ihn nichts gefragt, außerdem wusste der Buschmann herzlich wenig über Richards Seelenleben. Richard war ein Mann des Geistes! Ein Gesellschaftsphrophet der sich sogar für die Probleme der Jugend interessierte. „Weiß Du Horst“ hatte er einmal gesagt „die Kinder sind unsere Zukunft!“. Horst biss seine starken Zähne zusammen – er ahnte schreckliches und so kam es auch. Richard war mausetot.

Horst fand seinen Kopf vor der Kellertür. Füße, Hände, Torso und der kleine faltige Sack wiesen Horst den Weg in einen geräumigen Kellerraum. Richards Gedärme waren zu einem Schriftzug zusammengelegt: Manfred wars! stand da. In Schreibschrift. Der Punkt vom Ausrufungszeichen wurde von Richards Herz dargestellt.

„Mein Gott…“ raunte Horst, während Manfred hinter ihm schrie wie ein Waschweib, dieses Schwein.
„Massa Richard! Das sein Massa Richard!“
„Ja Manfred, jemand hat Massa Richard grausam ermordet und…“
„Massa Richaaaaard!!!“ brüllte Manfred, das Tier in ihm war erwacht, aber Horst ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
„…und seine Mörder wollen offensichtlich, das ich glaube das Du ihn umgebracht hast, Du Manfred!“
„Ich? Ich nix killa von Massa Richard!!!! Huhuhu!“
Dieses jämmerliche afrikanische Bündel war natürlich nicht der Mörder von Richard. Das sah Horst sein geschultes Auge sofort. Für so was braucht es Profis. Außerdem wäre selbst für einen Außnahmeagenten wie Richard, der den Schmerz nicht fürchtete, äußerst schwierig gewesen sein eigenes Gedärm zu einem Schriftzug zusammenzulegen, während sein Kopf vor der Kellertür liegt.
Der Gedanke es könnte doch so gewesen sein, machte Horst neidisch.

Nein, hier handelte es sich um das Werk von extrem professionell arbeitenden, bösen Menschen. Zugegeben, in seinen jungen Jahren wäre Horst auf eine solche Finte vielleicht reingefallen, mangelnde Erfahrung hätte ihn zu der Annahme getrieben, das dies das Werk von einem (oder mehreren) Negern sein muss, echten Afrikanern keinen GI Weicheiern, aber im Verlauf seines abwechslungsreichen Lebens hatte er schmerzlichst erfahren müssen, das es auch innerhalb der weißen Rasse allerlei ultra grausame Exemplare gibt. Menschen sind ja auch böser wie beispielsweise Tiere. Tiere töten aus Instinkt oder weil sie Hunger haben, meistens beides. Menschen töten aus tausend Gründen heraus, meistens um Frauen zu imponieren.

Natürlich schreit so was nach Rache. Nur – grimmige Gedanken sind selten logisch. Horst dachte scharf nach. Jetzt durfte er bloß keinen Fehler machen, für Trauerarbeit würde später immer noch Zeit sein. Also: Richard hatte sich verfolgt gefühlt (der Anruf, man möge sich so schnell als möglich treffen) – die Mörder waren sehr brutal (Kopf auf Kellertreppe usw.) – sie wollten das er annimmt das Manfred es war (Gedärm zu Schriftzug zusammengelegt). Hm. Noch einmal betrachte Horst das Gedärm: Manfred wars! Jetzt wusste Horst was zu tun war. Er musste Manfred umbringen. Die Mörder von Richard sollten ruhig denken, das er auf ihren albernen Trick reingefallen war. Sie würden sich dann sicher wähnen und da, genau da, würde Horst hinter ihnen auftauchen und ihnen die Hälse umdrehen.

„Manfred! Komm mal her!“
„Ja Masta Horst!“
„Richard war doch ein guter Massa oder?“
„Jaa! Imma gut zu Manfred! Guter Richard Massa!“
„Du willst also auch das ich die bösen Menschen finde die Richard das Schlimme angetan haben?
„Ja Masta Horst! Ich helfen! Töten helfen!“
„Komm mal her…“
Manfred legte auf ein Zeichen hin seine Wange an Horsts männliche Brust. Horst nahm sanft Manfreds schweren Kopf in den Arm – und drehte ihn um.
Dann war er allein. Horst wurde allmählich klar, das etwas grauenhaftes passiert war: Er hatte einen Freund verloren. Seinen einzigen Freund! Tränenwasser stand in seinen Augen. Die Wut hatte ihn gezeichnet. Kein Wunder also, wenn mit ihm die Pferde durchgehen. Demnächst…

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3 Antworten to “Action-Horst (9): Suppe zum Dessert”

  1. bulent Says:

    wird ich auch gerne mit machen

  2. xxzufall Says:

    wow. absolut, dumm-dreist-rassistisch. Egal, ob das nun ein Krimi oder eine Satire sein sollte – (ich weiß es nicht, hab natürlich nicht zu Ende gelesen). Naja, jedenfalls Schrott, aber die Mühe eines negativen Kommentars Wert.

  3. texxxt Says:

    Wir gehen davon aus das es sich um SATIRE handelt, wollen aber zu Bedenken geben, das es auch sowas gibt, denn die Welt ist groß und mitunter dumm-dreist-rassistisch. Immerhin: Ab heute werfen wir keine Streubomben mehr!

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