Action-Horst (12): Das Weltbett

womanmask.jpgMusik aus dem wasserdichten Radio: I cant stop this feeling anymore lalala. Die hübsche Studentin schälte sich hastig aus ihren Kleidern und lief mit nackten Füßen ins Bad Nr.3, um zu duschen. Bevor sie ihre prächtige Haarfülle unter eine dieser praktischen Badehauben stopfte, betrachtete sie sich wohlgefällig in ihrem großen Körperspiegel: jung, geschmeidig, herrlicher Busen, aufregend enge Taille (sog. „Wespentaille“), schwellende Hüften, schicke Beine. Irgendwas hatte sie vergessen…. Aber was? Dann genoss sie die nadelfeinen Strahlen der Brause, die auf ihrer Pfirsichhaut auftrafen, um dort in abertausend kleine Wassermoleküle zu zerplatzen. Zur gleichen Zeit sechs Meter tiefer: Horst kratzte sich am Sack. Horst hatte das gemeinsame Bad organisiert. Er hatte teuren Badeschaum in die sehr bequeme Weltwanne reingegossen, dazu Badesalz aus der Schweiz und frische Kiefernnadeln obenauf und dann mit dem Thermometer die angenehmste Temperatur eingestellt. Aber wo blieb Anna? Horst wollte nicht warten bis seine gute Stimmung wie eine Seifenblase zerplatzte, darum rief er oben an. Atemlos meldete sich Anna.
„Oh Horsti! Tut mir leid! Ich hatte ganz vergessen…ich Dussel hab gerade geduscht, dabei…“
„Komm jetzt! Alles ist bereit!“Horst saß inmitten des blütenweißen Schaumgebirges als das nackte Mädchen ins Badezimmer trat. Super sah sie aus.
„Bitte dreh dich mal!“ bat Horst.
„Ich soll mich drehen!?“
„Ja“
Sie drehte sich.
„Nein nein andersrum“
„So“
„Ja aber langsamer“
„Warum soll ich mich drehen?“ fragte sie dumm. Darauf antworte Horst nicht. Das war ihm zu dumm. Dabei war sie doch Studentin!
Warum? Er wollte sich natürlich, in seinem Schaumgebirge hockend, aufgeilen – aber das war ihm jetzt vergangen.
„Komm jetzt rein!“ befahl er streng.
„Findest Du mich schön?“ fragte sie wieder dumm.
„Ja. Komm jetzt“
„Aber mein Busen ist zu klein, oder?“
„Ja“
„Aber…“
„Komm jetzt rein!“
„Meinst Du ich soll ihn mir größer operieren lassen?“
„Ja, aber nicht jetzt“

Das nackte Mädchen tauchte in den weißen Schaum ein. Sie wollte in Horst´s Gebirge rein.
„He paß auf! Mach das nicht kaputt!“ herrschte Horst sie über sein Schaumgebirge weg an. Als die Schaumberge später von alleine weggegangen waren, glitt sie vorsichtig an ihn heran. Sie spürte eine große Männerhand auf ihrem Knie. Horst seine. Die wanderte schnell höher. Das Mädchen gab sich ihm ganz hin. Sie machten es in der Wanne. Probierten alles aus. Die ganze interne Wannentechnik die Horst selbst noch nicht so genau kannte. Einfach alles mal ausprobieren, war eines von seinen Lebensmottos. Als ihre Haut bereits stark schrumpelig war, verließen sie die Wanne, welche die einmal eingestellte Temperatur ewig halten konnte. Das hätte es früher mal geben müssen! Damals, als klein Horsti das kühl gewordene Wannenwasser abließ, um sich danach noch genüsslich fröstelnd in der dahinschwindenden Restpfütze zu winden…

Abtrocknen mochte sich das Mädchen nicht. „Ich trockne mich nie ab!“ sagte sie trotzig als Horst sie mit einem Handtuch der New-Yorker Polizei abrubbeln wollte. Horst bot ihr einen japanischen Seidenkimono an, aber sie hatte sich was Eigenes mitgebracht: einen rosa Frotee Bademantel. So ein scheiß, dachte Horst, denn er bestimmte lieber das ganze Programm selbst.

Als Horst die Zentrale, gewissermaßen das Herz der Antiverschwörung, betrat, lag das Girl bereits mit einem klaren, ehrlichen Lächeln rücklings in seinem herzförmigen Weltbett. Das Weltbett verband alle vorteilhaften Elemente bedeutender Bettnationen: Portugiesische Dracula Bettpfosten, französische Sommer-Winter-Wendematratze, japanisches Radio plus Doppelvideorecorder, deutsche Jugendstillampen (mit vögelnden Zwergen hinter Glas), dekadente Chinchilla Bettwürste und schwedisch-afrikanische Motivbezüge: Frauenleiber und Schimpansen und Südfrüchte. Über allem: Ein bulgarischer Riesendeckenspiegel mit mittig eingesetzten Vergrößerungsspiegel und englische Infrarot Videokameras, verborgen in den entzückenden Ärschlein von vier kleinen italienischen Holzengelchen, die einbeinig auf den gezwirbelten Dracula-Bettpfosten lungerten. International hinterleuchtete Wappen aller wichtigen Bettnationen rundrumm. Deutschland zentral und größer. Amerika außen vor. Horst sprang da rein. Zupfte, rieb und rubbelte sie, breitete sich auf ihr aus, wurde flach und schwer, blähte sich, drang ein, füllte sie, schielte mit rosa Wangen zu den Holzengelchen mit ihren linsenden Ärschchen und strotzte im Ganzen nur so vor Glück.
„Alles neu!“ sagte er als er fertig war und lächelte in den Vergrößerungsspiegel an der Decke. Seine Zähne groß und weiß wie Kalkfelsen, seine Zunge ein Monstrum, seine Augen Seen. Dann breitete sich der Schlaf über ihm aus. Schwarz und schwer und voller guter Hoffnung auf den nächsten Tag…

Tags drauf: Anna versuchte gähnend in die Wirklichkeit der seidenen Laken zurückzufinden. Ihre Handgelenke waren von den Handschellen wundgescheuert, aber das machte ihr nichts aus. So etwas heilt schnell wieder. Das Telefon schellte. Horst meldete sich unter falschen Namen wie meistens. Lady-X war am Apparat. Gottseidank! dachte Horst. Vermutlich war sie die einzige der er jetzt noch trauen konnte. Anna schob ihre Wange auf Horst´s Waschbrett. Lady-X sprach: „Die haben ein ungeheuer engmaschiges Netz über NEW YORK (gemeint ist der Großraum von Düsseldorf) geworfen. So ungefähr musst Du Dir das vorstellen.“
„Und das heißt?“ fragte Horst ungeduldig.
„Ich will damit sagen, dass es angezapfte Telefone, überwachte Leute und Abhörgeräte gibt, auch Internet, Darling!“
„Verstehe…“
„Was schlägst Du vor?“
„Bleib erstmal wo Du bist. Halte die Ohren steif und… Du weißt schon…“
„Haha! Du auch!“ dann legte er auf. Was hatte Lady-X ihm eigentlich sagen wollen? Horst würde es irgendwann sowieso erfahren. Anna blieb auch noch auf der flachen harten Magengrube liegen als das Gespräch beendet war.
„Die NEW YORKER Cops kämpften mit einer verzweifelten Tapferkeit auf verlorenen Posten, aber sie geben ihren sinnlosen Kampf niemals auf…“ sagte Horst und blickte rauf zum Deckenspiegel in dem er sich selbstzufrieden liegen sah.

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